Mütter und Eltern in Tschechien

Wie sind der Mutterschutz und Elternurlaub geregelt?

Mutterschaftsurlaub – steht einer Mutter für einen Zeitraum von 28 Wochen zu, bei Mehrlingsgeburten 37 Wochen. Auch einer Mutter, die ein Kind in Pflege übernommen hat, ist Mutterschaftsurlaub für die Dauer von 22 Wochen ab der Übernahme des Kindes, bei mehreren Kindern für 31 Wochen, höchstens jedoch bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres des Kindes, zu gewähren.

Elternurlaub – wird auf Antrag der Mutter nach Beendigung des Mutterschaftsurlaubs oder dem Vater ab dem Zeitpunkt der Geburt für die beantragte Dauer, höchstens jedoch bis zum Erreichen des dritten Lebensjahres des Kindes, gewährt. Bei Übernahme eines Kindes in Pflege wird ebenfalls Elternurlaub höchstens bis zum Erreichen des dritten Lebensjahres des Kindes gewährt. Wird ein Kind nach dem Erreichen des Alters von 3 Jahren in Pflege übernommen und hat es das 7. Lebensjahr noch nicht erreicht, besteht gesetzlicher Anspruch auf Elternurlaub von 22 Wochen.

Mutterschaftsgeld erhalten Arbeitnehmerinnen und ihnen Gleichgestellte. Es wird während des Mutterschaftsurlaubs gezahlt. Der Bezugszeitraum beginnt in der Regel 6, frühestens jedoch 8 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin und dauert insgesamt:

  • 28 Wochen bei der Geburt eines Kindes,

  • 37 Wochen bei Mehrlingsgeburten,

  • 14 Wochen bei Totgeburten oder wenn die Mutter das Kind zur Pflege abgibt,

  • 22 Wochen ab der Übernahme des Kindes in Pflege für Pflegeeltern, bei mehreren Kindern 31 Wochen, jedoch höchstens bis zum Alter des Kindes von 7 Jahren und 31 Wochen.

Eine gesetzliche Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber gibt es in solchen Fällen nicht.

Anspruch auf Mutterschaftsgeld: Die Frau, ab der 7. Woche nach der Geburt sowie bei Pflegeeltern ggf. auch ein Mann, muss in den letzten zwei Jahren vor der Entbindung (bzw. Übernahme der Kinder in Pflege) mindestens 270 Kalendertage krankengeldversichert gewesen sein und zum Zeitpunkt des Leistungsbezugs weiterhin krankengeldversichert sein. Bei Frauen, deren Krankengeldversicherung während ihrer Schwangerschaft erlischt, greift eine Schutzfrist für die Bewahrung des Anspruchs auf das Mutterschaftsgeld, deren Dauer grundsätzlich bis zu 180 Kalendertage beträgt, wobei sie die Dauer der letzten Krankengeldversicherungszeit nicht überschreiten darf. Das Gesetz ermöglicht eine abwechselnde Betreuung und Erziehung des Kindes bzw. der Kinder durch die Mutter und ihren Ehemann bzw. den Vater des Kindes auf der Grundlage einer schriftlichen Vereinbarung. Der erste Wechsel ist ab der 7. Woche nach der Entbindung möglich, die Häufigkeit der weiteren Wechsel ist nicht beschränkt. Wichtig ist dabei lediglich, dass beide Eltern bzw. Ehepartner einen entsprechenden Anspruch auf Leistungen der Krankengeldversicherung haben.

Die Höhe des Mutterschaftsgeldes beträgt 70 % der Tagesbemessungsgrundlage. Die Tagesbemessungsgrundlage wird nach dem Bruttoverdienst pro Kalendertag berechnet, dessen Kappung folgendermaßen vorgenommen wird:

  • Das Einkommen bis 942 CZK wird mit 100 % angerechnet;

  • das darüber hinausgehende Einkommen bis 1.412 CZK wird zusätzlich mit 60 % angerechnet;

  • vom Einkommensanteil über 1.412 CZK bis 2.824 CZK werden 30 % angerechnet.

  • Der Einkommensanteil über 2.824 CZK pro Kalendertag bleibt unberücksichtigt.

Anspruch auf Einkommensverlustausgleich bei Schwangerschaft und Mutterschaft haben Arbeitnehmerinnen, die aufgrund ihrer Schwangerschaft, Mutterschaft oder weil sie stillen, an eine andere Stelle bzw. Arbeit (aus Gründen des Mutterschutzes) versetzt werden mussten und dadurch ohne eigenes Verschulden Einkommenseinbußen erlitten haben.

Der Einkommensverlustausgleich bei Schwangerschaft und Mutterschaft wird schwangeren Arbeitnehmerinnen für Kalendertage, an denen sie auf eine andere Arbeit versetzt wurden, längstens jedoch bis zum Beginn der 6. Woche vor dem erwarteten Entbindungstermin gezahlt. In bestimmten definierten Fällen wird der Einkommensverlustausgleich auch an Mütter nach der Entbindung, höchstens jedoch bis zum Ende des 9. Monats nach der Entbindung, gezahlt, wenn sie (aus Gründen des Mutterschutzes) auf eine andere Arbeit versetzt werden müssen. Die Höhe des Einkommensverlustausgleichs bemisst sich als die Differenz zwischen der Tagesbemessungsgrundlage zum Zeitpunkt der Versetzung auf eine andere Arbeit und dem Durchschnittswert des anrechenbaren Einkommens pro Kalendertag an den einzelnen Kalendertagen nach der Versetzung.

Für 2017 ist zudem die Einführung des sog. Vaterschaftsgeldes geplant. Anspruch auf diese Leistung in Höhe des Mutterschaftsgeldes soll für Väter in den ersten 6 Wochen nach der Geburt des Kindes für insgesamt 7 Kalendertage ohne Unterbrechung bestehen.